Was ist die Heiratsstrafe in der Schweiz?+
Die Heiratsstrafe entsteht durch die gemeinsame Veranlagung (Haushaltsbesteuerung): Das kombinierte Einkommen eines Ehepaares wird als ein Haushalt besteuert. Wegen der Steuerprogression wird das Gesamteinkommen höher belastet als bei zwei separat besteuerten Singles. Besonders ausgeprägt bei zwei ähnlich hohen Einkommen.
Wann gibt es einen Heirats-Bonus statt einer Strafe?+
Wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere, kann die gemeinsame Veranlagung günstiger sein — der Verheiratetentarif wirkt dann wie ein Splitting-Effekt. Bei sehr ungleichen Einkommen (z.B. CHF 12.000 und CHF 1.000) ist Heiraten steuerlich vorteilhaft.
Wann wird die Heiratsstrafe abgeschafft?+
Die Volksinitiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe wurde im März 2026 angenommen. Die gesetzliche Umsetzung durch Bundesrat und Parlament dauert jedoch voraussichtlich bis 2031–2032. Bis dahin gilt die bestehende Haushaltsbesteuerung weiterhin vollumfänglich.
In welchen Kantonen ist die Heiratsstrafe am höchsten?+
In Kantonen mit hoher Steuerprogression wie Genf (43,3 %), Waadt (41,3 %), Bern (34,8 %) und Jura (38,0 %) fällt die Strafe am stärksten aus. In Schwyz (20,2 %), Zug (22,7 %) und Nidwalden (24,0 %) sind die Tarife flacher — die Strafe ist deutlich geringer.